
"Vogelspinnen? Die sind doch giftig!" Das bekomme ich meistens zu hören, wenn jemand zum ersten mal zu hören bekommt, dass ich mir solch "giftige" Tiere halte.
Auch die Medien und die Presse haben dies mitverschuldet, da sie sensationsgierig sind und die Giftigkeit dieser Tiere meist übertreibt, um eine gute, spannende Story zu haben. So gab es erst kürzlich einen Bericht, in dem ein Experte ca. 3 Stunden interviewt wurde und im Fernsehen ca. 5 min herauskamen, in denen er vor allem über den Biss sprach, dass er doch recht schmerzhaft, jedoch ungefährlich sei, obwohl er oft angesprochen hatte, dass sie in nur sehr selten zubeißen und nur wenn man nicht richtig mit ihnen umgeht. Das wurde natürlich herausgeschnitten.
Tatsache ist, dass jede Spinne, auch ihre kleine Hausspinne, Gift hat und daher giftig ist. Viele Leute denken da schnell an die Schwarze Witwe, die winzig ist und der Biss lebensgefährlich ist. Wenn man nun die Größe auf die einer Vogelspinne überträgt, müssten sie ja extrem giftig sein. Jedoch ist es so, dass sie bis darauf, dass sie acht Beine haben und in südlicheren Ländern beheimatet sind, nichts gemein haben.
Vogelspinnen haben ein sehr schwaches Gift, das etwa mit dem einer Wespe oder Biene vergleichbar ist.
Problematisch ist dieses Gift bloß bei Insektengiftallergikern, bei denen auch ein Bienenstich (lebens)gefährlich sein würde. Nicht herunterspielen will ich aber auch nicht, dass ein Biss recht schmerzhaft ist, da VS bis zu 1,5 cm lange Beißwerkzeuge (siehe Bild unten) haben können.

Außerdem beißen sie sehr, sehr selten. Es kommt auf die Art an. Da gibt es z.B. Avicularia metallica, die nie auch nur im Traum daran denken würde, zur Verteidigung zu beißen und lediglich dem "Angreifer" ihren Hinterleib mit Brennhaaren entgegenstreckt. Aber da wären auch Arten der Gattung Pterinochilus, die ziemlich schnell zubeißen und sehr aggressiv sind. Aber auch jahrelange Vogelspinnenhalter, die Hunderte von Tieren besitzen wurden noch nie gebissen. Wenn man vorsichtig mit ihnen umgeht, kann man es nahezu ausschließen, auch bei aggressiveren Arten, gebissen zu werden.
Man sagt immer "Ein Hund, der bellt, beißt nicht." So ähnlich ist das, denke ich auch mit Vogelspinnen. So haben die amerikanischen Arten zwar Brennhaare auf dem Hinterleib, die sie als Verteidigung mit den Hinterbeinen abstreifen (bellen), dafür sind sie aber auch nicht so aggressiv und beißen seltener, als afrikanische oder asiatische Arten, die keine Brennhaare haben.
